Herbsttagundnachtgleiche 2026 — Datum, Geschichte und Bräuche
Die zweite Tagundnachtgleiche: Licht und Dunkel sind wieder gleichauf, diesmal mit Tendenz zur Nacht. Die Haupternte ist eingefahren oder steht bevor, die Obstgärten hängen voll, und das Jahr bekommt vor der Kälte einen gefestigten, großzügigen Charakter.
Wann ist Herbsttagundnachtgleiche ?
Im Jahr 2026, Herbsttagundnachtgleiche fällt 23 September 2026 auf der Nordhalbkugel und 20 März 2026 auf der Südhalbkugel. Das Datum wird aus dem Sonnenstand berechnet und kann sich von Jahr zu Jahr um einen Tag verschieben.
| Jahr | Nordhalbkugel | Südhalbkugel |
|---|---|---|
| 2026 | 23 September 2026 | 20 März 2026 |
| 2027 | 23 September 2027 | 20 März 2027 |
| 2028 | 22 September 2028 | 20 März 2028 |
Historischer Kontext
Astronomie Mabon folgt der örtlichen Herbsttagundnachtgleiche: im März auf der Südhalbkugel und im September auf der Nordhalbkugel. Danach werden die Nächte vor Ort länger als die Tage bis zur Frühlings-Tagundnachtgleiche.
Historisch In Großbritannien und Irland gibt es die gut dokumentierte Tradition des harvest home — der Feier, wenn das letzte Korn eingebracht war, mit einem Abendessen für die Arbeiter. Entscheidend war dabei der tatsächliche Abschluss der Ernte, der je nach Wetter und Region variiert, nicht ein festes astronomisches Datum.
Moderne Praxis Der Name Mabon ist der am deutlichsten moderne im Jahreskreis. Er wurde in den 1970ern auf die Herbst-Tagundnachtgleiche übertragen und entlehnt den Namen einer Figur aus der mittelalterlichen walisischen Literatur — Mabon ap Modron, der im Mabinogion erscheint und keine belegte Verbindung zur Tagundnachtgleiche hat.
Moderne Praxis
Moderne Praxis Die heutige Praxis versteht Mabon als Fest der Dankbarkeit und der Balance in die andere Richtung: eine gemeinsame Mahlzeit, Äpfel und ein bewusster Blick darauf, was in die dunkle Hälfte des Jahres mitgenommen wird.
Symbole
- Apfel — Obstgärten sind auf ihrem Höhepunkt, und Apfelbräuche ziehen sich durch den britischen und irischen Herbst — Apfeltauchen, Schalenorakel und das Wassailing der Obstgärten, obwohl Wassailing eher in die Wintermitte als hierher gehört.
- Der volle Korb — Das Füllhorn ist griechisch, aus dem Mythos von Amalthea, und gelangte über Erntebilder in der modernen Praxis zu diesem Fest, nicht über irgendetwas nordeuropäisches. Ein entlehntes Bild, und ein brauchbares.
- Die letzte Garbe — Das Schneiden der letzten Garbe hatte in ganz Nordeuropa eigene Bräuche — sie wurde oft aufbewahrt, geschmückt oder benannt, und in Teilen Schottlands und Irlands musste der Schnitter, der sie schnitt, eine Strafe zahlen. Frazer fasste vieles davon in einer einzigen Theorie vom „corn spirit“ zusammen; die Bräuche sind gut belegt, aber diese einheitliche Erklärung wird heute nicht mehr akzeptiert.
- Waage im Gleichgewicht, neigend — Die Tagundnachtgleiche ist ein echter astronomischer Moment, kein ganzer Tag: der Augenblick, in dem die Sonne den Himmelsäquator überquert, hier mit Standardalgorithmen berechnet und in deiner eigenen Zeitzone angezeigt. Tag und Nacht sind fast gleich lang, aber nicht ganz, weil die Atmosphäre Sonnenlicht bricht und die Sonne eine Scheibe statt eines Punkts ist.
Pflanzen
- Apfel und Birne — Reif und überall, und in Großbritannien und Irland ist der Überschuss die prägende Tatsache des Monats — mehr Obst, als irgendwer essen kann, weshalb so viel davon am Ende gepresst oder eingelagert wird.
- Brombeere — Volksglaube in ganz Großbritannien und Irland warnt davor, nach Michaelis, dem 29. September, zu pflücken, weil der Teufel sie dann verderben soll. Dahinter steckt etwas: Ende September sorgt nasses Wetter für Schimmel, der späte Früchte tatsächlich ungenießbar macht.
- Hopfen — Im September gepflückt und früher der Anlass für ganze Familien, für die Saison in die Hopfengärten zu ziehen. Ein echtes Stück Arbeitsgeschichte, wenn auch kein rituelles.
- Eichel und Haselnuss — Jetzt fallend, und die deutlichste Veranschaulichung dessen, was die Jahreszeit tut: Alles steckt seine Energie in etwas Kleines und Hartes, das bleiben wird.
Speisen
- Äpfel, überall — Gebacken, gepresst, gelagert — das Monatsproblem ist ein gutes und dreht sich ganz um Äpfel. Das ist ein Hinweis auf den Vorrat, nicht auf Symbolik.
- Wurzeln und Kürbisgewächse — Was jetzt geerntet und für die Monate eingelagert wird, in denen nichts wächst. Die ganze Logik der zweiten Ernte steckt in einer Kiste mit Wurzeln im Dunkeln.
- Nüsse — Hasel und Esskastanie, gesammelt im Wettstreit mit den Eichhörnchen. Nahrung, die ohne Arbeit hält — selten genug, um sie zu würdigen.
- Apfelwein und Presssaft — Das Pressen begleitet die Apfelernte durch den Herbst, und das Getränk wurde dort gelagert, wo es die Früchte nicht hätten sein können. Obstregionen in Großbritannien und Irland haben ihre eigenen Bräuche darum, am bekanntesten das Wassailing — das gehört jedoch zur Wintersonnenwende und nicht zur Tagundnachtgleiche.
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